Veröffentlicht am von Shopeigentümer

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Das richtige Selbst-Bauen von Gartenhäusern

In unserem letzten Beitrag hatten wir Ihnen bereits ein paar Tipps zum Bau von Garten- und Blockbohlenhäusern gegeben – wobei es damals zunächst um das Fundament ging. Dieses soll es jedoch um den schnellen und einfachen Selbstaufbau des Häuschens gehen. Garten- oder Blockbohlenhäuser gibt es in vielen Varianten, Größen und Ausführungen. Doch einen Punkt darf man dabei nicht unterschlagen: Das Haus kann man nicht einfach kaufen und aufstellen – es braucht besagtes Fundament, um stabil zu stehen und vor allem eine lange Haltbarkeit zu gewährleisten.

Abhängig von Standort und Einsatzzweck muss man schon beim Kauf die richtige Wandstärke wählen. Die meisten angebotenen Blockbohlenhäuser sind in Stärken von 19 bis 100 Millimetern erhältlich. Dient das Häuschen als Rückzugsort für Familie und Freunde, sollte auf dickere Wandstärken ab 40 Millimeter zurückgegriffen werden. Das gilt auch für Gartenlauben, die stark dem Wind und Wetter ausgesetzt sind. So wichtig neben praktischen Aspekten auch die dekorative Wirkung des Gartenhauses ist – bei der Standortauswahl sollte man als Heimwerker auch die Haltbarkeit berücksichtigen. Die Gartenhütte muss auch vor anhaltender Feuchtigkeit geschützt werden, da sonst das Holz schneller angegriffen wird. Ein Platz in der Sonne ist also besser als ein schattiger Ort mit großem Baumbestand.

Übrigens: Schon beim Aussuchen des Bausatzes gilt es zu beachten, dass je nach Bundesland eine Baugenehmigung nötig sein kann (abhängig von Größe, Nutzung und Stellplatz). Ein Blick in die Landesbauordnung und schauen, ob die Gemeinde nicht noch eigene zusätzliche Auflagen hat, gehört also dazu.

Der Aufbau von Garten- und Blockbohlenhäusern

Das Prinzip ist eigentlich wie beim Lego: Die einzelnen Holzbretter werden mehr oder weniger einfach ineinander gesteckt. Als Material für die Bohlen oder Pfosten des Häuschens eignet sich besonders Fichte als preiswertes Holz. Bei der Außenbekleidung gibt es andererseits eine ganze Palette an möglichen Holzarten – von Lärche über Kiefer bis hin zu Douglasie.

Bei den meisten Fertigbausätzen handelt es sich um Blockbohlenhäuser, die jedoch wie alle Holzhäuser ein großes Problem haben – Setzungserscheinungen. Durch Temperaturschwankungen und das Eindringen von Feuchtigkeit „schwindet“ das Material oder es quillt auf. Je nach Dicke der Bohlen greifen daher ein bis drei Nuten ineinander. So bleibt das Haus auch dicht, wenn sich das Material setzt oder anderweitig verändert.

Damit auch Türen und Fenster nicht irgendwann klemmen, sollten bei den Blockbohlen oben einige Zentimeter Luft gelassen werden. Auch ein ausreichend großen Dachüberstand kann hilfreich sein, denn je größer der Dachüberstand ist, umso mehr ist natürlich das darunterliegende Wandbauteil vor Witterungseinflüssen geschützt.

Die richtige Dichtung fürs Dach wählen!

Das Decken eines Daches setzt ein wenig Vorbereitung voraus. Einfach die Dachbretter zusammenschrauben und hoffen, dass alles gut geht, funktioniert aber leider nicht. So kann es einem leicht passieren, dass man an einem regnerischen Tag im Gartenhäuschen stehend einen Kaffee trinkt und feststellen muss, dass von oben Wassertropfen in die Tasse fallen. Die ernüchternde Erkenntnis: Das Dach des Häuschens ist undicht. Doch das lässt sich leicht umgehen.

In den meisten Fällen deckt man das Dach eines Gartenhauses mit Pappschindeln. Diese sind preislich recht günstig, lassen sich gut verarbeiten und sehen obendrein meist gut aus. Verbunden mit einer Plane („Schweißbahn“) und dem richtigen Aufbau, ist das Gartenhaus dann auch dicht. Zunächst nagelt man auf das Bretterdach eine so genannte „besandete Unterbahn“. Im Baumarkt gibt es sie auf Rolle günstig zu kaufen. Hat man die Bahnen verlegt, bringt man an den Rändern des Daches die waagerecht verlaufen Rinneneinhang-Bleche an. Diese sorgen dafür, dass das Regenwasser nicht durch die Kapillarwirkung unter die Pappe läuft, sondern am Blech entlang in die Dachrinne oder direkt auf den Boden tropft.

An den Seiten, an denen das Dach spitz nach oben verläuft (im Fachjargon „Ortgänge“), bringt man Ortgangbleche an, die man ebenfalls im Fachgeschäft fertig kaufen kann. Dann kann man beginnen, von unten nach oben die Dachschindeln aufzunageln. Verschiedene Hersteller geben unterschiedliche Verarbeitungsrichtlinien vor, die aber meistens auf die Verpackung aufgedruckt sind. Und zum Schluss bringt man auf dem First des Daches ein Firstblech auf.

Ein Fußboden schützt vor Temperaturschwankungen

Kalte Füße sind kein Thema, wenn das Gartenhaus nur zum Lagern und zum Aufbewahren dient. Doch vielfach sind diese Häuser auch zum Verweilen für den Sommer gedacht. Damit es auch an kälteren Tagen Spaß macht, sein Blockbohlenhaus zu nutzen, ist eine Fußbodenkonstruktion das Richtige, um sich vor kalten Füßen zu schützen. So kann man vermeiden, dass Luft, die unter dem Gartenhaus her strömt (was ja im Sinne des konstruktiven Holzschutzes auch durchaus so gewollt ist), den Fußboden allzu sehr auskühlt.

Dachlatten für den Fußbodenaufbau zu nutzen, ist die einfachste Idee. Man kann sie bündig mit der Unterkonstruktion verschrauben und benötigt keine Gehrungsschnitte, es reicht wenn die Dachlatten stumpf, aber ohne Abstand, aufeinanderstoßen. An den Enden der Latten ist ein Vorbohren wichtig, um zu vermeiden, dass die Latten aufsplittern.

Zum Schließen eigenen sich einfache bituminierte Holzfaserplatten – die sind relativ stabil und werden nicht so schnell von Nagetieren angefressen oder durchbohrt. Übrigens: Soll das Gartenhaus etwas luxuriöser ausfallen und auch Steckdosen, Licht etc. installiert werden, ist beim Erstellen der Unterkonstruktion der Zeitpunkt gekommen, die nötigen Elektroleitungen im Gartenhaus zu verlegen. Wie sie oft gilt es mehr Leitungen vorzusehen als man zunächst denkt – der wirkliche Bedarf ergibt sich meist später!

Terrassen als Ergänzung fürs Garten- und Blockbohlenhaus

Für eine etwas aufwändigere Variante des Gartenhaus, das mehr als Geräteschuppen sein soll, bietet es sich an auch eine kleine Terrasse anzulegen, um dort einen Kaffee oder Tee zu genießen. Wurde das Fundament gleich in der richtigen Höhe geplant und angelegt, ist es eigentlich recht einfach eine schöne Holzterrasse anzulegen. Ein vorgezogenes Dach (das in Bausätzen eher nicht enthalten ist) wäre dann der ultimative Luxus.

Holzbohlen für den Bau einer Terrasse gibt es beim Holzhandel, im Baustoffhandel und natürlich in Baumärkten. Diese Bohlen sind häufig aus sehr widerstandsfähigem Holz – meist aus Tropenhölzern – und in die Oberfläche sind „Rillen“ gefräst, die ein Ausrutschen bei nassem Holz verhindern sollen. Wer eine Terrasse mit Bohlen aus Tropenholz haben möchte, der sollte beim Kauf allerdings unbedingt auf das FSC-Ökosiegel (Forest Stewardship Council) achten.

Für den gleichmäßigen Abstand beim Verlegen der Holzbohlen werden Abstandshölzchen zwischen die Holzbohlen gelegt und von unten mit den Lagerhölzern, die einen Abstand von etwa 60 cm haben, verschraubt. Spax-Schrauben schräg von unten durch das Lagerholz in die Bohle zu schrauben, ist die „fortgeschrittene“ Do-it-Yourself-Methode. So hat man von oben keine Schraubenlöcher in denen sich Wasser sammeln kann. Und natürlich sieht es für ein Luxus-Gartenhaus im Selbstbau noch schicker aus.

Feedback

Haben Sie auch noch Tipps für uns, was man beim Thema Garten- und Blockbohlenhäuser beachten sollte? Schreiben Sie uns an shop@bauking.de, wir freuen uns auf Ihr Feedback!