Veröffentlicht am von Shopeigentümer

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Handelsübliches Laminat ist heutzutage in zahlreichen farblichen Varianten zu bekommen. Verschiedenste populäre Holzsorten können auf diese Weise mit einem solchen Bodenbelag umgesetzt werden. Das Beste jedoch im Gegensatz zu Holzparkett ist die Tatsache, dass es auch für den ungeübten Heimwerker auf einfach Weise zu verlegen ist. Durch die Klick-Technik mit Nut und Feder, mit der alle Laminate ausgestattetet sind, kann man auch ohne Vorkenntnisse oder besondere Werkzeuge einen neuen Bodenbelag ganz leicht realisieren. Ein guter Laminatschneider ist jedoch vor allem bei größeren Flächen eine lohnenswerte Anschaffung.

Laminatböden werden generell ‚schwimmend’ verlegt und können rückstandslos wieder entfernt werden. Daher sind sie auch bestens in Mietwohnungen zu verwenden und sind kein Problempunkt beim Auszug. Mit dem passenden Material – Laminat wird in unterschiedlichen Qualitäten angeboten – und der richtigen Verlege-Technik kann sogar der Trittschall in hellhörigen Wohnungen gedämpft werden. Und es ist sogar als Oberfläche bei einer Warmwasser-Fußbodenheizung geeignet.

Bevor es losgeht

Laminatboden ist nicht für Nass- und Feuchträume wie Bäder oder Toiletten sowie für die Verlegung auf vorhandenem Teppichboden oder Estrich geeignet.

Ein immer wieder gemachter Fehler ist der Verzicht auf eine Dampfbremse auf Untergründen, die auch nur ‚vielleicht’ Feuchtigkeit abgeben könnten. Hersteller bieten dazu unterschiedlichste Ausführungen an – wie etwa die klassische Variante der PE-Folie als Dampfbremse und PE-Schaum (ebenfalls von der Rolle) als Trittschallunterlage.

Vor der Verlegung von Laminat sollte die Verlege-Richtung gut bedacht werden: Gerade, lange und schmale Räume können zum Beispiel durch quer verlegtes Laminat breiter und größer wirken. Einen noch entscheidenderen Einfluss haben jedoch die Fenster des Zimmers und der damit verbundene Lichteinfall. Damit die langen Fugen im Laminat so wenig Schatten wie möglich werfen, sollten sie längst zum Lichteinfall oder anderen möglichen dauerhaften Lichtquellen verlegt werden.

Und noch ein Punkt vorweg: Vor dem Verlegen sollten sie den neu erworbenen Laminatboden in der ungeöffneten Verpackung mindestens zwei Tage lang bei Zimmertemperatur in dem Raum lagern, in dem das Laminat später verlegt werden soll. Am besten einfach flach auf den Boden gelegt, damit sich die Paneele nicht verformen können – so ist es am Sichersten. Damit hat man später den klaren Vorteil, dass sich das an die Raumtemperatur angepasste Laminat beim und nach dem Verlegen nicht mehr verzieht.

Den Laminatboden fehlerfrei verlegen

Dann kann es losgehen – Werkzeug und die ausreichende Menge an Laminat liegen bereit: Ist die Wand gerade, kann gleich die erste Reihe gelegt werden. Mit Abstandskeilen sollte dabei eine Dehnungsfuge von etwa 10 Millimeter erstellt und das Laminat zusätzlich seitlich fixiert werden. Zu beachten ist, dass sich der Druck gleichmäßig auf diese Abstandskeile verteilt und damit weitere Reihen ohne Probleme verlegt werden können. Denn klar ist, ist diese erste Reihe nicht wirklich gerade, kommt es beim Anfügen aller weiteren Teile zu Spannungen an den Klick-Verbindungen. Das führt am Ende eventuell zu Lücken an den Stößen, die später das Eindringen von Schmutz und Nässe begünstigen. Was alles nicht gut für das Laminat ist.

Je nachdem was für ein Laminatsystem gekauft wurde, geht es dann an die folgenden Reihen: Paneele im Klicksystem rasten durch eine Klemmwirkung ein und werden durch einen Schlag gerade ineinander gefügt. Diese Verbindung ist eigentlich nur für den einmaligen Gebrauch gedacht und macht ein Entfernen beim Auszug ziemlich schwierig. Ein erneutes Verwenden in einer anderen Wohnung oder Eigenheim ist damit weitgehend ausgeschlossen.

Das eigentliche ‚Click’-System funktioniert jedoch anders: Die Paneele wird schräg von oben eingeführt und durch leichten Druck nach unten eingerastet. Wer dabei entsprechend sensibel vorgeht, kann diese Verbindung jederzeit ohne Beschädigung wieder lösen und damit weiter verwenden. Dieses Lock-/‚Click’-System ist daher auch inzwischen das am meisten gekaufte.

Jede neue Reihe sollte übrigens mit dem Reststück der vorherigen Reihe (mindestens 20 Zentimeter Länge) beginnen. So entsteht ein notwendiger Querfugenversatz, der zusätzliche nötige Stabilität erzeugt.

Wenn es alles geklappt hat, ist irgendwann der Wandabschluss mit dem letzten Paneel dran. Auch hier müssen (wie beim Beginn) Abstandskeile eingefügt werden, um eine Dehnungsfuge zu erzeugen. Man dreht dann das Schlusspaneel auf den Kopf und markiert die nötige Tiefe und Länge und sägt es dann zu. Achtung: Zur Vermeidung von Absplitterungen muss die Dekorseite bei Nutzung von elektrischen Stich- oder Handkreissägen nach unten zeigen. Ansonsten kann man einfach von der Oberseite her absägen. Die letzte Paneelreihe dann vorsichtig einpassen – und nach der Verlegung die Abstandskeile entfernen.

Besondere Stellen beim Laminatverlegen

Natürlich gibt es nicht nur ein einfaches "Stück an Stück legen" – ein paar besondere Stellen hat jeder Raum – Türen, Heizungsrohre oder andere herausragende Stellen, wie etwa Raumteiler oder ehemalige Schornsteine. Wo also zum Beispiel Heizungsrohre aus dem Boden ragen, schneidet man zunächst das Paneel auf die richtige Länge zu. Danach legt man das Paneel-Stück neben den eigentlichen Platz, misst die Aussparungen für die Rohre mit dem Zollstock ab und zeichnet diese an. Die markierten Stellen werden schließlich einfach ausgebohrt, jeweils mit 10 Millimetern umlaufenden Abstand. Dann wird Paneel schräg, im 45°-Winkel, bis zu den Löchern eingesägt und hinter den Heizungsrohren wieder zusammengeführt. Hier könnte eine Verleimung für eine größere Stabilität nützlich sein – zumal der Leim dann auch für eine Abdichtung sorgt und das Eindringen von Schmutz und Feuchtigkeit verhindert. Ist der Boden vorab mit Folie belegt, gibt es beim eventuell später notwendigen Rückbau keine Probleme.

Und dann hat natürlich auch jedes Zimmer eine oder mehrere Türen, die man entsprechend berücksichtigen muss: Soll das Laminat bis an die Türzargen verlegt werden, so sollten diese gekürzt werden. Um sie zu kürzen legt man ein Paneel mit der Dekorseite nach unten gegen die Zarge. Dann kann man mit einer geeigneten Säge entlang des Paneels die Türzarge kürzen. Danach lässt sich das Laminat einfach unter die Zarge schieben. Das geht natürlich nur bei Holzzargen, bei anderen Materialen muss dann umgekehrt das Laminat zugesägt werden. Und noch ein Tipp dazu: Um zu verhindern, dass die Oberfläche der wertvollen Türzarge (etwa bei Altbauten) beim Sägen ausreißt oder splittert, kann man vor dem Sägen Klebeband auf der Schnittfläche anbringen.

Ganz zum Schluss

Ist alles sowie fertig verlegt, müssen noch die Sockelleisten befestigt werden. Für den perfekten Abschluss befestigen man Sockelleistenklammern im Abstand von 40 bis 50 Zentimetern an der Wand, und steckt schließlich die passend zugeschnittenen Sockelleisten auf. Die Heizungsrohre zusätzlich werden noch mit sogenannten Rosetten abgedeckt. 

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