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Holz im Garten

Wer kennt es nicht: endlich ist das bestellte Gartenhaus oder Carport eingetroffen, aber was ist das? Kleine Risse im Holz, Astlöcher oder dunkel abgesetzte Bereiche. Und dann die Frage: Ist mit dem Material alles in Ordnung? Keine Sorge! Im nachfolgenden Holz-Lexikon erhalten Sie einen Überblick in typische Holzmerkmale und worin diese ihren Ursprung haben.

In der Regel besteht Ihr Garten-/ Gerätehaus oder aber das neue Carport aus nordischem Fichtenholz. Dieses stammt überwiegend aus den nordeuropäischen Wäldern und ist durch das dort vorherrschende Klima langsam und robust gewachsen. Das kennzeichnet sich vor allem durch feine, enge Jahresringe. Aufgrund der Wachstumsbedingungen ist die nordische Fichte besonders stabil und widerstandsfähig.

Typische Holzmerkmale

Da Holz ein Naturprodukt ist, variieren dessen Eigenschaften von Baum zu Baum und von Brett zu Brett. Folgende Merkmale sind daher weit verbreitet:

  • 1. Oberflächliche, nicht klaffende Risse: Auch „Trockenrisse“ genannt. Entstehen durch unterschiedliches Quell- und Schwindverhalten in der jeweiligen Richtung am Holz. Das Aussehen der Risse ändert sich je nach Witterung, sodass Risse sogar ganz wieder verschwinden können.
  • 2. Harzgallen: Hierbei handelt es sich um harzgefüllte Hohlräume, welche in Stämmen von harzreichen Holzarten (z.B. Fichte und Kiefer) vorkommen. Bei der Verarbeitung können diese Hohlräume durch Ansägen oder Hobeln geöffnet werden und das klebrige Harz läuft aus. Mit einem acetongetränkten Lappen kann das Harz aber problemlos abgewischt werden.
  • 3. Markröhre: Der Baum wird durch die Markröhre mit Wasser und Nährstoffen versorgt. Die Markröhre zeigt sich dann als brauner Streifen, der fälschlicherweise für Fäulniss gehalten wird.
  • 4. Baumkanten: Die Fußboden- oder Dachbretter können auf der Unterseite Baumkanten vorweisen oder haben teilweise eine fehlende Nut oder Feder. Diese Merkmale sind typisch für die Verwendung des Holzes für Boden und Dach.
  • 5. Verzogene, aber verarbeitete Bretter: Manche Bretter können im unverbauten Zustand eine Krümmung oder Verdrehung aufweisen. Während des Aufbaus und im Zusammenhang mit der kompletten Wand lassen sich diese Bretter jedoch wieder „begradigen“ und verarbeiten.
  • 6. Leicht ausgebrochene Kantenäste: Äste, die sich direkt an der Brettkante befinden, können beim Hobeln (Profilieren) ausbrechen. Solange beim Zusammenstecken der Bretter aber die Deckung gegeben ist (d.h. man nicht „durchgucken“ kann), besteht kein Grund zur Sorge.
  • 7. Eingewachsene Rinde: Dieses Merkmal entsteht am Baum z.B. bei Astgabeln. Beim verarbeiteten Brett führt das zu kleinen, dunkel abgesetzten Bereichen.

Das Holz arbeitet – Tipps im Umgang

Trotz technischer Trocknung und Holzschutz arbeitet Holz! Dies ist den unterschiedlichen Witterungseinflüssen geschuldet: Bei hoher Luftfeuchte dehnt sich das Material aus, um sich dann bei Trockenheit wieder zu setzen. Der Verzug von Brettern und Bohlen, das Austreten von Harz sowie die Bildung von Rissen sind daher nie ganz auszuschließen bzw. vermeidbar.

Ebenso typisch sind das unterschiedliche Astbild und sich lockernde Äste, besonders bei Massivholz.

Vor allem bei einem Blockbohlenhaus gibt es daher eine wichtige Grundregeln zu beachten:

Für ein gleichmäßiges Wachsen und Schrumpfen der Bohlen dürfen diese nicht über mehrere Blockbohlen miteinander fest verbunden werden. Dies gilt ebenso für Fenster-und Türleisten und kann bei Missachtung zu unerwünschter Fugenbildung führen.

Schimmel trotz Kesseldruckimprägnierung (KDI)

KDI-Holz weist eine hohe Feuchtigkeit auf und trocknet nur langsam. Dies liegt an der Lösung aus Imprägniersalzen, die während des Vorgangs in das Holz gepresst wird. Bei der Lagerung in geschlossenen Räumen oder bei mangelnder Belüftung kommt es dadurch schnell zu Schimmelbildung. Gesundheit und Stabilität werden nicht beeinträchtigt, da sich die Schimmelpilze nur auf der Holzoberfläche befinden. Zum Entfernen reicht es oftmals schon, das Holz abzubürsten. Stärker befallene Stellen lassen sich mit einem chlorhaltigen Haushaltsreiniger entfernen.

Farblich behandeltes Holz (Werksseitig)

Bei farbig behandelten Produkten sind nur die Außenseiten endbehandelt! Die Innenseiten müssen gestrichen werden (ausgenommen Saunahäuser), da sonst die Garantie erlischt. Durch den Herstellungsprozess bedingt, kann es vorkommen, dass die Stirnkanten der Leisten nicht endbehandelt sind. Diese müssen nach dem Aufbau behandelt werden.

Weiße Abdeckleisten (z.B. am Dach) haben 3 lackierte und eine nur grundierte Seite. Bei der Montage sollte darauf geachtet werden, dass die grundierte Seite später nicht mehr zu sehen ist. Der Farbton für die weißen Teile ist RAL 1015 elfenbeinweiß.

Die Struktur des Holzes und holztypische Eigenschaften können durch das Lackieren stärker hervortreten: Eingeschlossenes Baumharz kann durch die Lackschicht hervortreten, kann jedoch mit einem acetongetränkten Lappen einfach abgewischt werden. Durch die unterschiedliche Farbaufname des Holzes aufgrund der Faserstruktur kann es zu unterschiedlichen Dicken der Lackschicht und Glanzgraden an der Farboberfläche kommen.

Unbehandelte Produkte (Behandeln des Holzes)

Zum Anstrich unbehandelten Holzes empfiehlt sich eine offenporige Holzschutzlasur mit Bläueschutz. Achten Sie auf dünne, gewissenhafte Anstriche, da zu dichte Anstriche das Trocknen des Holzes nach starken Regenfällen verhindern. Alle Bauteile (also Wände, Türen, Boden und Dachbretter, Dachplatten, Leisten und Latten etc.) bis auf die kesseldruckimprägnierten Bestandteile sollten immer beidseitig behandelt werden. Die Stellen des Holzes, die später durch den Aufbau nicht mehr erreichbar sind (wie z.B. Nut und Feder) unbedingt vor dem Aufbau behandeln.

Nach dem Aufbau Ihres Geräte-/oder Gartenhauses eignet sich ein zweifacher Schutzanstrich mit einer offenporigen Holzschutzlasur. Spätestens alle zwei Jahre sollte dieser Schutzanstrich wiederholt werden.

Weitere nützliche Hinweise zur Holzbearbeitung mit Farben finden Sie hier.

Vorbohren von Schraubverbindungen beim Aufbau

Um zu verhindern, dass Ihr Holzprodukt der Länge nach einreißt oder splittert, sollte jede Schraubverbindung im ersten Teil vorgebohrt werden. Die Festigkeit ist dadurch sehr viel höher. Wenn doch einmal ein Abbrechen oder Abplatzten vorkommt, ist mit wenigen Tropfen Holzleim das Problem schnell behoben.

Feedback

Haben Sie auch noch Tipps für uns, was man beim Thema Holz im Garten beachten sollte? Schreiben Sie uns an shop@bauking.de, wir freuen uns auf Ihr Feedback!